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Die kleinen und grossen Aufreger, die einem tagtäglich unterkommen

Archiv: Donnerstag, 27. Dezember 2007

Mal wieder nimmt ein Politiker das Unwort “Killerspiel” in den Mund

Zitat der bayerischen Familienministerin Christa Stewens:

“Diese gesetzgeberischen Maßnahmen sind im Prinzip zwar richtig, in ihrer Wirkung jedoch eher kosmetischer Natur und deshalb unzureichend. Bayern hat bereits sehr viel weitergehende Vorschläge gemacht, um die Probleme mit gewalthaltigen Computerspielen in den Griff zu bekommen. Insbesondere brauchen wir ein strafbewehrtes Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Killerspielen. […]Zum anderen hätte ich mir ein klares politisches Zeichen gewünscht, dass gewaltbeherrschte Spiele in unserer Gesellschaft nichts verloren haben. Denn sie sind mit dem Wertesystem unseres Grundgesetzes unvereinbar!

Quelle: http://www.stmas.bayern.de/cgi-bin/pm.pl?PM=0712-656.htm

Tja, dann müssen in Zukunft wohl alle Jungs mit Puppen spielen. “Räuber und Gendarm” sowie “Cowboy und Indianer” stehen zukünftig auf dem Index. Ach, oder nicht? Ging es wirklich nur um Pixelschlachten? Das Spielen mit täuschend echt nachgemachten Revolvern und mit echten Pfeilen abschiessenden, selbstgemachten Bögen bleibt selbst für 6-jährige erlaubt?

Meine Meinung dazu: Würden die Herren und Damen Politiker auf ein vernünftiges Gehaltsniveau nicht nur bei sich sondern auch bei ihrer Bevölkerung achten, dann müssten nicht mehr beide Elternteile ihre Zeit bei 2 oder mehr Jobs verbringen und könnten sich wieder der Erziehung ihrer Kinder widmen.

Diskussionen um “Killerspiele” und “Raubkopierer” hätten sich sehr schnell erledigt, wenn die Kinder nicht mehr den ganzen Tag alleine verbringen müssten.

[Sarkasmus on]Aber Verbote sind ja viel wirksamer, vor allem in einer Zeit des weltweiten Online-Handels, nicht wahr, Frau Stewens? Sie wissen im Gegensatz zu Ihrer Kollegin sicherlich, was ein Browser ist.[Sarkasmus off]

Man könnte fast meinen, es sei neuer “Betriebssport” im Bundestag, die Bevölkerung zu kriminalisieren.

Mit dem Grundgesetz sind übrigens noch ganz andere Dinge unvereinbar, Frau Stewens, zum Beispiel das Bespitzeln der eigenen Bevölkerung. Dennoch wurde die Vorratsdatenspeicherung durchgedrückt, von einigen Abgeordneten mit den Worten “Ist zwar nicht mit der Verfassung vereinbar, aber die Bürger können ja klagen”. Dieses Verhalten ist für einen Vertreter des Volkes sowohl unverantwortlich als auch unverschämt seinen Wählern gegenüber und würde in jeder normalen Firma zum Rauswurf (ohne Abfindung) führen.

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